By Rainer Köthe

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Als hätte die Verwandlung bereits begonnen. Der Grund dafür war ihre Kleidung. Huracan waren die Geschichten eines Taino-Händlers eingefallen, der regelmäßig auf die Perleninsel kam und Baumwolle gegen Perlen eintauschte. »Auf dem Festland«, hatte er gesagt, »tragen sie jede Menge Kleider, vor allem die Frauen. « Diese Bemerkung hatte Huracan zu schaffen gemacht – Tonina musste unbedingt so gekleidet sein, wie es sich in der Fremde gehörte. Guama hatte also aus zwei hamacs einen weiten Kittel zugeschnitten und zusammengenäht, der zur Hälfte über einen Rock reichte.

Und wie naiv von Tonina, darauf einzugehen! Guama wusste zwar, dass nichts im Meer ihrer Enkelin Furcht einzuflößen vermochte. Aber auch wenn Tonina unter dem besonderen Schutz von Delphingeistern stand, gab es doch Grenzen. Als sie Tonina seitlich des Seetangteppichs wieder auftauchen sah, seufzte sie erleichtert auf. Macu indes ließ auf sich warten. Unsäglich lange. Und dann tauchte Tonina unvermittelt unter den Tang. Sie fand Macu verstrickt in den grünen Fängen und bewusstlos, mit leeren, starren Augen dahintreibend, das offene Haar sanft von der Strömung bewegt.

War dies das endgültige Zeichen? Das Zeichen, das sie seit sechs Tagen – seit dem Auftauchen der Delphine – befürchtete? Nicht zum ersten Mal fragte sie sich, ob Toninas Status einer Unverheirateten als Botschaft von den Göttern zu verstehen sei. Dass es ihr nicht bestimmt war, auf der Perleninsel zu bleiben. Verhielten sich deshalb die Götter gegenüber Tonina so grausam? Hatten sie sie deshalb so erschaffen, dass die Blicke der Männer sich von ihr abwandten? Gewiss, das Mädchen lachte gern und war warmherzig und zutraulich, aber sie war nun mal mit dieser unseligen goldenen Hautfarbe geschlagen, mit langen Gliedmaßen und schmalen Hüften.

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