By Thorsten Berndt

Was wissen wir über Richter? Welche Auffassung haben Richter von ihrem Beruf? Welche Erwartungen und Anforderungen werden an Richter gestellt? Thorsten Berndt entwirft eine Typologie richterlichen Selbstverständnisses und zeigt, wie sich die Unabhängigkeit als wesentliche
Sinnkonfiguration über drei kohärenzstiftende Dimensionen richterlicher Selbsttypisierungen erhebt: die Basis-Dimension, die sich auf Strukturen der Gerichtsorganisation bezieht, die Dimen sion des Gesetzes- und Methodenbezugs, die sich in arbeitspraktischen Umgangsweisen entwickelt, sowie die measurement des Antriebs, die individuelle Beweggründe in richterlicher Praxis aufzeigt. Entlang der so entwickelten Typologie zeigt der Autor nicht nur ein breites Spektrum auf, sondern analysiert auch das richterliche Handlungsproblem im Spannungsfeld historisch gewachsener gesellschaftlicher Erwartungshaltungen. Das Buch richtet sich an Dozierende und Studierende der Sozial- und
Rechtswissenschaften, an RichterInnen sowie an Laien, die am Recht der Gesellschaft interessiert sind.

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Viele Arbeiten bewegen sich in diesem Zwischenraum von sein und sein sollen, auch ohne empirisch-methodischen Anspruch (Jung 2006). ). 50 Von Richtern und Spiegeln – theoretische Einführung und Forschungsstand der deutschen23 Richterforschung gegeben werden. Sodann soll ein differenzierter Blick auf die maßgeblichen Untersuchungen zum Verständnis des Selbstbildes folgen. 1 Allgemeine Entwicklung der deutschen Richterforschung Wenn nicht das »Vorfeld« der Justiz untersucht wird, das heißt Rechtsbedürfnisse, Zugang zum Recht, Alternativen der Konfliktbearbeitung (vgl.

Dieses Selbstverständnis kann aus dem gewonnen werden, wie Richter sich selbst sehen, indem sie Rollen aus dem Repertoire auswählen und sich von den ausgewählten noch fein differenzierend absetzen (Dementis) und wie sie dies in Interaktion zum Ausdruck bringen. Im Prinzip haben wir damit zunächst drei Arten von Rollenbeziehungen: einmal die ganz abgelehnten Rollen (»was ich nicht bin«) sowie die, die zwar ausgewählt werden, aber nicht voll übernommen werden (»das bin ich nicht wirklich« oder »das bin ich nicht ganz«).

In anderem Zusammenhang wird der Richter selbst dargestellt als jemand, der seine soziale Rolle als Richter im Sinne eines Gehorsams dem formalen Programm gegenüber durch früheste Internalisierung und Berufssozialisation akzeptiert (Lautmann 1972: 87). Als Rollenerwartungen gelten die Merkmale Neutralität und Distanziertheit, denen Richter zu entsprechen versuchen (Lautmann 1972: 186).

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