By Oliver Schmitt

Oliver Schmitt entwickelt ein lerntheoretisch fundiertes Konzept zur Vermittlung von Reflexionswissen mit bildungstheoretischem Schwerpunkt. Sein Konzept basiert auf der Tätigkeitstheorie und wird für den Themenbereich der linearen Algebra in der Sekundarstufe II beispielhaft erläutert. Dabei stellt er Unterrichtsbausteine zu den Ideen der Algorithmisierung, Formalisierung und analytischen Methode sowie der Strukturalisierung ausführlich dar. Darüber hinaus reflektiert der Autor prozessbezogene Kompetenzen der Bildungsstandards durch die Bausteine zur Reflexion von Phasen des Modellierens und der Struktur und Funktion von Argumenten.

Show description

Read Online or Download Reflexionswissen zur linearen Algebra in der Sekundarstufe II PDF

Best algebra books

Structure and Representation of Jordan Algebras

###############################################################################################################################################################################################################################################################

Additional info for Reflexionswissen zur linearen Algebra in der Sekundarstufe II

Example text

130 S. Wilhelmer, 1979, S. 210. 131 Vgl. 3 auf Seite 22. 127 Vgl. 1. Tätigkeitstheorie 33 der Kulturentwicklung entstanden ist. Radikalkonstruktivistische Lerntheorien würden aus ihrer Perspektive die Orientierung am gesellschaftlich vorliegenden Wissen ablehnen. Eine solche Vernachlässigung würde aber mit Wilhelmer gesprochen „die gesammelte Erfahrung der Menschheit geringschätzen und der Weiterentwicklung geistiger Handlungen die Grundlage entziehen“132 . 3 Wissensbegriff In diesem Kapitel wird der in der vorliegenden Arbeit verwendete Wissensbegriff erarbeitet.

Für den widergespiegelten Bewusstseinsinhalt ist dabei aber auch stets die Perspektive des Subjekts entscheidend, wie es die Spiegelungsmetapher nahelegt: „Der Spiegel erzeugt zwar ein Bild der Sache selbst, aber ein Bild in der Perspektive des Spiegels“125 . Im radikalen Konstruktivismus wird im Erkenntnisprozess die Subjektseite stärker betont als die des Objekts. Die Wirklichkeit wird vom denkenden, erfahrenden Subjekt gedanklich konstruiert, seine Psyche existiert parallel zur Außenwelt. Das Subjekt ist in einer Beobachterposition.

117 S. Woolfolk, 2008, S. 439. 118 S. Giest und Lompscher, 2006, S. 234f. 114 Vgl. 1. Tätigkeitstheorie 31 und theoretischem Wissen119 sowie in einigen darauf aufbauenden Arbeiten120 möglicherweise nahelegen. So konstatiert auch Bauersfeld in einer Analyse zur möglichen Nutzung der Tätigkeitstheorie im Rahmen seiner Forschung, dass es nach dieser wahr und falsch gebe, „weil es einen wissenschaftlichen Ansatz gibt, der unbedingtes, objektiv wahres Wissen hervorbringt“121 . Auf welche Vertreter der Tätigkeitstheorie dieses Problem in der angegebenen Schärfe auch zutreffen mag, moderne Formulierungen der Widerspiegelungstheorie besetzen in dieser Frage explizit eine gemäßigte Position.

Download PDF sample

Rated 4.86 of 5 – based on 38 votes