By Tanja Thomas, Friedrich Krotz (auth.), Tanja Thomas (eds.)

„Medienkultur“ ist ein vergleichsweise junges kulturwissenschaftliches Konzept. Der Band leistet einen Beitrag zu seiner Konturierung und verknüpft es mit „sozialem Handeln“, das in der Soziologie fundiert ist. Um das komplexe Verhältnis von Kultur und sozialem Handeln in der Gegenwart theoretisch zu fassen, wird als einer der Ausgangspunkte vorgeschlagen, Medienkulturen als Realisierung mediatisierter kultureller Praktiken in ihren jeweiligen gesellschaftlichen Konstellationen zu spezifischen historischen Zeitpunkten zu verstehen. Die Beiträge des Bandes reflektieren die gesellschaftliche Bedeutung von Medien und medialen Deutungsangeboten im Gebrauch; sie beleuchten ausgewählte Aspekte sozialen Handelns in einer Medienkultur, in denen Medien- und Alltagserfahrungen zu jenen Weisen verknüpft werden, in denen beispielsweise Paar- und Geschlechterbeziehungen, Jugend und Freundschaft, Konsum, Körper und Schönheit, Spiel, politische Partizipation oder faith erlebt, aber auch gestaltet werden. Damit diskutieren sie soziales Handeln in Medienkulturen auch hinsichtlich seines Potenzials zur Reproduktion und Veränderung sozialer Strukturen und Beziehungen.

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Dabei können derartige Metaprozesse auf unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern angesiedelt sein: Globalisierung gilt in erster Linie als ökonomisch bedingte Entwicklung, Individualisierung bezeichnet eine sozial bedeutsame kontinuierliche Veränderung und Mediatisierung wird meist als Ursache für kulturellen Wandel begriffen; sie alle wirken sich natürlich aber auch auf die anderen Felder aus. Im Übrigen ist es nichts Neues, dass wir derartige Metaprozesse konstruieren: Christianisierung, Alphabetisierung oder Industrialisierung sind ebenfalls derartige Konstrukte (vgl.

Couldry, Nick (2006): Listening beyond the echoes. Media, ethics, and agency in an uncertain world. Boulder: Paradigm. ) (2001): Theorien des Performativen. Berlin: Paragrana 19, Heft 1. Fiske, John (1987): Television Culture. London: Methuen. Geertz, Clifford (1991): Dichte Beschreibung. 2. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp. Göttlich, Udo (2004): Produzierte Wirklichkeiten. Zur Entwicklung der Fernsehproduktion am Beispiel von Factual Entertainment Angeboten. ): Diversifikationen der Unterhaltungsproduktion.

Wir nähern uns hier dieser Frage von der folgenden Position aus: Die Kommunikationswissenschaft beschäftigt sich mit der differenzierten menschlichen Kommunikation und dem davon ableitbaren kommunikativen Handeln der Menschen. Ein Medium (als Gegenstand von Kommunikationswissenschaft) ist dann 48 Friedrich Krotz ein technisch begründetes und sozial institutionalisiertes Verfahren einer Transformation kommunikativen Handelns, insofern darüber weitere Kommunikation erzeugt wird und insoweit dabei das komplexe Potenzial menschlichen Kommunizierens erhalten bleibt.

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