By Stefan Breuer, Hubert Treiber

Die mit diesem Band vorgelegten Beitrage verbindet zunachst ein au~erer Anla~, der allerdings auf eine Reihe inhaltlicher Aspekte verweist. Mit Ausnahme des (mtindlichen) Diskussionsbeitrags von S. N. Eisenstadt handelt es sich urn Referate, die zum internatio­ nalen Symposion "The Evolution of the fashionable kingdom in Diffe­ hire Social Formations" vorgelegt worden waren. Dieses Sym­ posion - von der Stiftung Volkswagenwerk und der UNESCO ge­ meinsam finanziert - fand vom 23. 2. - 27. 2. 1981 in der Herzog­ August-Bibliothek Wolfenbtittel statt, die zusammen mit einer Projektgruppe an der Universitat Hannover (S. Breuer, H. -P. Schneider, H. Treiber, M. Walther, H. Wunder) die Vorberei­ tung und supplier der Tagung tibernommen hatte. Das Symposion gliederte sich in drei miteinander verkntipfte Diskussionsschwerpunkte, die den Bezug zu einigen der gegen­ wartig sich abzeichnenden Forschungstendenzen herzustellen versuchten. Wenn sich auch die meisten Arbeiten, die die Ent­ stehung des modernen Staates thematisieren, durch eine "in der Natur der Sache" liegende (West-) Europa-Zentriertheit aus­ zeichnen, so lassen sich doch gerade bei den jtingsten Versu­ chen auf diesem Forschungsgebiet einige bemerkenswerte und folgenreiche tendencies beobachten, die eine angemessene Behand­ lung der Fragestellung ktinftig zu beachten hat: 1. Die Versuche, die Abfolge der (politischen, wirtschaftli­ chen, sozio-kulturellen) okzidentalen Ordnungsfiguratio­ nen, insbesondere den Obergang (bzw. sozialen Wandel) von traditionalen zu modernen Strukturen zu analysieren, haben durch die Einbeziehung mehrerer aufeinander bezogener Ana­ lyseebenen (wie politische, okonomische und soziale Struk­ tur) ein Ausma~ an Komplexitat erreicht, das eine inter­ disziplinare Vorgehensweise notwendig macht.

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3-33; Turner 1974). Die Identitat der religiosen Gemeinschaft wurde hauptsachlich durch das Heilige Gesetz (Sharia) geschmiedet und aufrechterhalten, wie es durch die religiosen Flihrer, die Ulema, verklindet und ausgelegt und von den Herrschern durchgesetzt wurde. Zwischen den Ulema und den Herrschern entwickelte sich eine eigentlimliche Beziehung, in der sich die Ulema politisch passiv verhielten oder sich den Herrschern unterordneten, auch wenn sie ihre legal-religiosen Funktionen relativ autonom auslibten (Schacht 1970).

Besitzen es nicht als Eigentum. Die zusatzliche Arbeit, welche sie normalerweise zum Erhalt ihrer Gemeinschaft beitrugen, dient fortan dem Erhalt einer libergeordneten Gemeinschaft, die sie ausbeutet, und in einem Konig oder in einem Gott verkorpert sein kann. So findet hier eine Veranderung des Inhalts, aber nicht der Form statt, und - paradoxerweise - perpetuiert dieser Zweig der Evolution archaische gemeinschaftliche Formen von Besitz und Produktion, welche von jetzt an die Grundlage der Staatsmacht bilden.

Diese Unreinheit kann entweder durch vollstandige Entsagung tiberwunden werden oder durch askriptive Rituale und die Befolgung sehr komplizierter hierarchisch geordneter sozialer Aktivitaten, die den individuellen Platz in der kosmischen Ordnung widerspiegeln und den differenzierten rituellen Platz ursprtinglicher Verwandtschaftsbeziehungen und territorialer sozialer Einheiten (der Jatis) betonen. Auf diesem Wege hat der Hinduismus eine viel direktere Beziehung zu weltlichen Aktivitaten als der Buddhismus (Cohn 1971; Dumont 1970b; Heesterman 1964; Mandelbaum 1970; Singer und Cohn 1968; Thapar 1978, S.

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