By Claudia Münch

Seit Beginn der 90er Jahre weist die Europaforschung neue Schwerpunktsetzungen auf. Die aktuellere Forschung beschäftigt sich weniger mit den Ursachen, sondern vielmehr mit den Folgen der Europäischen Integration. Im Zentrum der Betrachtung stehen zunehmend die vielfältigen Europäisierungserscheinungen. Gemeint sind damit die Auswirkungen des europäischen Integrationsprozesses auf die Strukturen und Prozesse innerhalb der Mitgliedstaaten.
Die Rolle von Regionen im europäischen Mehrebenensystem und deren Europäisierung wurde inzwischen in der Fachliteratur umfassend erörtert, die kommunale Ebene blieb jedoch bisher vergleichsweise wenig berücksichtigt.
Claudia Münch analysiert die Anpassungsleistungen der Kommunen an die Herausforderungen des europäischen Einigungsprozesses. Zunächst werden die Verknüpfungspunkte der lokalen Ebene mit der Europäischen Union und die verschiedenen Formen der Betroffenheit identifiziert. Sie legt ihren Fokus auf die Anpassungsprozesse innerhalb der kommunalen Verwaltungen und auf die erweiterte Interessenvermittlung der Kommunen. Gezeigt wird, auf welche Weise die kommunale Ebene durch die Verbesserung ihrer Europakompetenz neues Handlungspotential erschließt.

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S. 14 39 Vgl. Kohler-Koch, Beate: Regionen im Mehrebenensystem der EU. ): Das europaische Mehrebenensystem. 1996. S. 1 naher erlautert werden soil. Folgt man nun weiter dem umfassenden Verstandnis des europaischen Mehrebenensystems, bedarf es einer genaueren Charakterisierung. Wo liegen die Besonderheiten im Vergleich zu einem nationalen Mehrebenensystem? Denn nicht nur foderale Staaten, sondem auch zentralistisch organisierte Staatsformen verfugen iiber eine horizontale sowie vertikale Gliederung und sind damit generell auch als Mehrebenensysteme zu bezeichnen.

Allerdings liegt die Besonderheit der EU als ein System sui generis gerade auch in der Tatsache, dass sie mehrere Systeme umfasst. Dieses Phanomen wird in der Politikwissenschaft seit einigen Jahren mit dem Begriff des Mehrebenensystems beschrieben. "^^ Mit der Charakterisierung der EU als Mehrebenensystem hat sich das Spektrum der Europaforschung immens ausgedehnt. So werden in institutioneller Hinsicht nicht nur die supranationalen, sondem auch nationale und subnationale Institutionen und ihre Beziehungen zueinander untersucht.

Der dritte und letzte Europaisierungsmechanismus nach Radaelli ist der horizontalen Kooperation zuzuordnen. Anders als in den beiden ersten Erklamngsansatzen kann hier nicht von einem Anpassungszwang ausgegangen werden. In den nicht-vergemeinschafteten Politikfeldem ist ein gemeinsames Vorgehen abhangig von der Kooperationsbereitschaft der Mitgliedstaaten. Die EU verfiigt hier uber keine harten Durchsetzungsmittel, sondem kann nur Ideen fur europaische Problemlosungsansatze einbringen. h. "^^^ Abb.

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