By Hans Thirring

Die Relativitatstheorie ist ein Zweig der theoretischen Physik und ist im wesentlichen auf Grund rein physikali scher Experimente entstanden. Dass sie trotzdem ein weit uber den Kreis der Fachphysiker hinausgehendes Interesse erweckt hat, liegt in dem Umstand begrundet, dass aus ihr Folgerungen allgemeiner philosophischer Natur uber Raum und Zeit und uber den Charakter des Weltgebaudes hervor gehen. So wie es nicht nur den Geographen und Astronomen angeht, dass der Schauplatz des menschlichen Lebens nicht etwa eine weitausgebreitete Ebene, sondern eine relativ kleine, im Weltraum umlaufende Kugel, die Erde, ist, so wird es auch nicht bloss den Physiker und Mathematiker interessie ren, zu erfahren, dass unsere gewohnliche Auffassung von Raum und Zeit prinzipiell gar nicht richtig ist, sondern nur eine (allerdings sehr weitgehende) Annaherung an die Wirk lichkeit darstellt. Wieso guy auf Grund physikalischer Ver suche zu so weittragenden Schlussfolgerungen gelangen kann. soll in den folgenden Kapiteln gezeigt werden. Die Relativitatstheorie ist in zwei Etappen entstanden. Die erste Etappe heisst spezielle Relativitatstheorie. Sie wurde, nachdem insbesondere der hollandische Physiker H. A. Lorentz daran vorgearbeitet hatte, im Jahre ]905 von dem deutschen Physiker Albert Einstein aufgestellt und zwei Jahre spater von dem Gottinger Mathematiker Hermann Minkowski in ihre definitive mathematische shape gebracht. Sie geht mit Notwendigkeit aus unseren physikalischen Er fahrungen hervor und ihre Konsequenzen haben sich an einem der subtilsten physikalischen Phanomene so glanzend bewahrt, dass guy an ihrer Richtigkeit wohl nicht mehr Thil'ring, Relativitatstheorie, three. Auf!. 2 Einleitung. zweife

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Die Ausführungen dieses Kapitels enthalten den wesentlichen Kern des Relativitätsproblems; wir wollen also die Sache noch einmal kurz rekapitulieren: Unsere Denkgewohn~ heit war früher so eingestellt, daß wir die überzeugung hatten, der Begriff der Gleichzeitigkeit räumlich entfernter Ereignisse sei apriori gegeben, habe also einen absoluten Sinn und brauche gar nicht erst definiert zu werden. Unter Benützung dieses absoluten Gleichzeitigkeitsbegriffes stellt sich aber ein Widerspruch zwischen Relativitätsprinzip und Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit heraus, so daß also entweder mindestens eines dieser beiden Prinzipe falsch sein muß oder der absolute Gleichzeitigkeitsbegriff zu verwerfen ist.

Die Revolverprojektile fliegen also mit einer bestimmten Geschwindigkeit für ein relativ zum Schützen ruhendes Bezugssystem, und diese Art von Fortbewegung entspräche beim Licht der zuletzt aufgestellten Hypothese. ) Die Hypothese, daß sich das Licht mit einer bestimmten Geschwindigkeit relativ zu einem mit der Lichtquelle ruhenden Bezugssystem ausbreiten solle, stammt von dem Schweizer Physiker Ritz. Sie hatte den Vorteil, eine Theorie des Lichtes zu sein, die mit dem Relativitätsprinzip vollkommen in Einklang steht.

Wir haben also die Entfernung dieser Laternen (gen au er gesprochen die Entfernung der Kanten ihrer Kontaktvorrichtung) zu messen; sie sei etwa hundert Meter. Dann sagen wir: die Länge des Zuges vom Fahrdamm aus gemessen beträgt hundert Meter. Nun waren aber für den im Zug befindlichen Beobachter die Ereignisse des Aufblitzens der Laternen in A und B nicht gleichzeitig. Es fand andere System als das bewegte betrachtet wird - und das schien nun den Gegnern der Relativitätstheorie begreiflicherweise ein logischer Widerspruch zu sein.

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