By Janina Curbach

Der vorliegende Band untersucht aus soziologischer Sicht die Modeerscheinung „Corporate Social accountability“ (CSR) und identifiziert CSR als Trägerkonzept für die gesellschaftliche Konstruktion einer postnationalen Rolle für Unternehmen. Mit Fokus auf ökologische Unternehmensverantwortung wird gezeigt, dass sich in den letzten Dekaden zahlreiche CSR-Normen und -Initiativen etabliert haben, die Unternehmensverantwortung im globalen Kontext als „freiwilligen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung“ definieren. Diese Neudefinition gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung lässt sich weder allein durch managementstrategische Einzelentscheidungen noch durch makrostrukturelle Prozesse der Institutionalisierung erklären: Die Autorin argumentiert, dass dieser beobachtete Prozess vielmehr von einer konfliktreichen Dynamik zwischen Bewegungen und Gegenbewegungen vorangetrieben wird, in der nichtstaatliche Akteure – vor allem NGOs und Unternehmen selbst – um eine globale Legitimationsgrundlage für Unternehmen ringen.

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Weltwirtschaft geschuldet. Mark-Ungericht kommentiert diese gesellschaftspolitische Erfolgsgeschichte von Unternehmen: „Nahezu alle relevanten Autoren und Institutionen kommen zum gleichen Ergebnis: TNCs sind heute ‚zum Motor weltwirtschaftlicher Integration‘, zur ‘ powerful force, binding national economies together’ […] geworden. ). Ähnlich wie zur quantitativen Entwicklung von NGOs werden auch zu TNCs in der Literatur die immer gleichen Statistiken aus den World Investment Reports der UNCTAD herangezogen, um ihre gesellschaftspolitische Relevanz in der Weltgesellschaft zu verdeutlichen.

Diese Worte werden schnell als Imagewerbung entlarvt und damit in ihrem Wert gemindert“ (Münch 1991: 103). Mit anderen Worten: Im Vergleich zu NGOs mit ihrem hohen Legitimationskapital leiden Unternehmen tendenziell unter einem Legitimationsdefizit und werden als wenig vertrauens- und glaubwürdig wahrgenommen. Das niedrige Vertrauen, dass Bevölkerungen in Unternehmen und den Wirtschaftssektor setzen, wurde im Zusammenhang mit dem Legitimationsvorsprung von NGOs bereits angedeutet (vgl. Kap. 8).

Diese Handlungsspielräume von TNCs wurden im Zuge von Globalisierungs- und Liberalisierungsprozessen, d. h. von Marktöffnungsprozessen, geschaffen: “Privatization, deregulation and liberalization create more space for firms to pursue their corporate objectives. International agreements give more rights to firms to operate internationally. […] transnational corporations are one of the principle drivers of globalization. They are also seen to be the most important beneficiaries of the liberalization of investment and trade regimes, with rising influence on the development of the world economy and its constituent parts” (UNCTAD 1999: 6).

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