By Anne Busch

​Auf dem deutschen Arbeitsmarkt erweist sich die berufliche Geschlechtersegregation als erstaunlich stabil. Sie gilt zudem als wichtige size sozialer Ungleichheit zwischen Frauen und Männern im Erwerbsleben. Daher bedarf es einer wissenschaftlichen Klärung jener zeitlichen Persistenz sowie der Folgen der Segregation für geschlechtsspezifische Chancendisparitäten. Unter Anwendung verschiedener Theorieperspektiven und neuerer Methoden der Längsschnittanalyse untersucht Anne Busch Ursachen jener Segregation, Mechanismen ihrer Reproduktion im Erwerbsverlauf sowie die Folgen für den "gender pay gap". Wirkungszusammenhänge sucht sie dabei sowohl auf der person- als auch auf der Berufsebene. Die Ergebnisse machen deutlich, dass neben Präferenzen, Humankapital und Institutionen vor allem sozialpsychologische Prozesse der Statusdifferenzierung auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle für Gründe und Folgen der Segregation spielen. Insbesondere kommen offenbar geschlechtlich konnotierte Kompetenz- und Leistungserwartungen zum Tragen, welche einem Abbau der Segregation und ihrer Folgen entgegenstehen.

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46 2 Theorien zu den Ursachen der beruflichen Geschlechtersegregation: Angebotsseitige Theorien Andere Forschungsergebnisse zur intergenerationalen Transmission sind jedoch widersprüchlich. So zeigt eine andere Studie, dass zwar Mütter mit traditionellen Einstellungen zu Geschlechterrollen häufiger erwachsene Töchter mit ebenfalls traditionellen Geschlechterrollen haben (Moen et al. 1997). ). Auch andere Forscher, die speziell Jugendliche als Datenbasis für die Untersuchung der intergenerationalen Transmission von Geschlechterrollen und beruflichen Präferenzen verwenden, kommen zu sehr gemischten und teilweise nicht stringenten Ergebnissen (Kulik 2002; Mannheim/Seger 1993).

5 Generell werden Geschlechterungleichheiten im Erwerbsleben hier mit unterschiedlichen Humankapitalinvestitionen erklärt: Frauen, so die Annahme, nehmen geringere Humankapitalinvestitionen als Männer vor, da sie stärker auf die Familientätigkeit fokussiert sind und einen weniger geradlinigen Berufsweg planen (Becker 1991). Für Frauen sind Investitionen in die schulische und berufliche Ausbildung daher weniger lohnend – unter anderem auch deshalb, weil angeeignetes Wissen während Erwerbsunterbrechungen veralten und damit an Wert verlieren kann.

Um die Wirkungsmechanismen angebotsseitiger Theorien für geschlechtstypische Berufsentscheidungen von solchen anderen Faktoren teilweise (wenn auch nicht vollständig) trennen zu können, erscheint es daher angebracht, entsprechende Analysen auf der speziellen Untersuchungsgruppe der Berufseinsteiger basierend durchzuführen. Ein erstes Ziel des späteren ersten Analyseschrittes ist es also herauszufinden, inwieweit Berufseinsteiger geschlechtstypisch ausgeprägte Berufswerte aufweisen, und inwieweit diese Berufswerte geschlechtstypische Berufsentscheidungen beim Berufseintritt erklären.

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