By Raphaela Schlicht

Im Zentrum dieser Arbeit steht die Frage, ob bildungspolitische Institutionen das Ausmaß an sozialer Bildungsungleichheit in den deutschen Bundesländern determinieren. In einem ersten Analyseschritt zeigt sich, dass sich die Bundesländer sowohl im Ausmaß der sozialen Ungleichheit im Zugang zum gym als auch im Grad der sozialen Ungleichheit im Kompetenzerwerb unterscheiden. In einem zweiten Schritt kann tatsächlich ein Effekt der Bildungspolitik in den Bundesländern auf das Ausmaß der sozialen Ungleichheit nachgewiesen werden. Freilich unterscheiden sich die bildungspolitischen Effekte je nachdem, welche der beiden Arten sozialer Bildungsungleichheit betrachtet wird.

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Es wird erwartet, dass die Ganztagsschule den Bildungserfolg (insbesondere unterer sozialer Schichten) erhöhen kann. Die Ganztagsschule kann im Vergleich zur Halbtagsschule den Kompetenzerwerb der Schüler fördern, da ein längerer Tagesabschnitt in der bildungsfördernden Umgebung der Schule verbracht wird. Das bildungspolitische Ziel mit der Institution der Ganztagsschule ist somit wiederum eine Modulation des individuellen Bildungsverhaltens bzw. des individuellen Bildungserfolgs (vgl. 5). Die genannten Beispiele zielen jeweils darauf ab, mittels bildungspolitischer Institutionen das individuelle Bildungsverhalten, die individuellen Bildungsopportunitäten, die individuellen Bildungspräferenzen und letztlich auch den individuellen Bildungserfolg zu steuern und zwischen unterschiedlichen sozialen Schichten anzupassen.

Schüler sind tief in das jeweilige Bildungssystem und die bildungspolitischen Regelungen eingebettet (vgl. Alber 2001; Engerman und Sokoloff 2008; Esping-Andersen 1990: 23; Gourevitch 2008). So wird im Folgenden zum Beispiel erwartet, dass die Bildungspolitik durch eine spätere Gliederung in der Sekundarstufe I die Möglichkeiten eines Gymnasialbesuchs formen (Bildungsopportunitäten) kann. Durch die Einführung der Ganztagsschule und die Verlängerung des Bildungsalltags sollte das individuelle Bildungsverhalten verändert werden können.

Hängt das spätere Einkommen eines Abiturienten mit gleichem Notendurchschnitt von seiner sozialen Herkunft ab, so handelt es sich um soziale Ungleichheit im Bildungsergebnis. Unabhängig von der Form der Ungleichheit wird der sozialen Herkunft seit jeher große Bedeutung beigemessen, wenn es um die Einschätzung der persönlichen Bildungschancen geht (Foster et al. 1996; Hurrelmann und Mansel 2000). In der Sozialstrukturforschung der 1980er Jahre existierte zwar die Vor- Definition sozialer Bildungsungleichheit 37 stellung, moderne Wohlfahrtsstaaten haben sich von Klasse und Schicht verabschiedet (Geißler 1996).

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