By Andreas Oskar Kempf

Andreas Oskar Kempf behandelt transnationale Migrationsverläufe aus dem ländlichen Raum von Ost- nach Westeuropa mit dem Fokus auf Rumänien und Italien. Er rekonstruiert, in welche biographischen Zusammenhänge die transnationalen Migrationsprozesse eingebettet sind, und arbeitet die handlungsorientierenden Wechselwirkungen zwischen Biographie und Migration in ihrer feldspezifischen Typik auf der foundation von ethnographischen Beobachtungen an den verschiedenen Lebensorten der MigrantInnen sowie extensiven biographischen Fallanalysen heraus. Diese Verknüpfung von Biographieforschung und Ethnographie, im Sinne einer „multi-sited ethnography“, gewährt einen präzisen Einblick in die Differenziertheit transnationaler Migrationsprozesse, wie sie sich auf der Ebene des alltäglichen Handelns sowie in biographischen, familialen und lokalen Zusammenhängen im Rahmen (national)staatlicher, ökonomischer und rechtlicher Bedingungen vollziehen.

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41 Zum einen tragen Ansätze einer transnationalen Forschungsrichtung einer gleichzeitigen An- bzw. Einbindung in Herkunfts- und Ankunftskontext Rechnung und verhelfen dazu, die wechselvollen Dynamiken in den Migrationsverläufen sowie die unterschiedlichen Loyalitäten gegenüber dem Herkunfts- sowie dem Ankunftskontext adäquater herauszuarbeiten. Zum anderen können aus einer transnationalen Forschungsperspektive heraus politische sowie soziale Einbettungen der Migrationsverläufe deutlich gemacht werden.

Hierzu auch Kap. 2 sowie auf das konkrete Migrationsfeld bezogen Teil III). In diesem Zusammenhang lässt sich auf die Konstruktion von Minderheiten auf der Grundlage von Ethnisierungsprozessen im Ankunftsland verweisen (vgl. Goldring 1997). Diesen zum Teil deutlich widersprüchlichen Ethnisierungsprozessen kann die Funktion zukommen, gleichberechtigte Ansprüche von MigrantInnen zurückzuweisen (vgl. Breckner 2005). So ließen sich Ethnisierungsprozesse, wie sie gegenüber MigrantInnen aus Rumänien in den vergangenen Jahren in Italien beobachtet werden konnten, etwa als Versuch interpretieren, den Anspruch auf gleiche Rechte, wie sie auf der Grundlage des EU-Beitritts in besonderer Weise eingefordert werden konnten, zurückzuweisen (siehe hierzu auch die Ausführungen zu Auswirkungen von Fremdheitserfahrungen auf biographische Prozesse von Migrationserfahrungen in Kap.

52 Migrations- und biographietheoretische Grundlagen der konkreten Erlebnisinhalte in ihrer jeweils spezifischen lebensgeschichtlichen Einbettung und Bearbeitung, so die Annahme, sind Aussagen darüber möglich, welche Prozesse von Bedeutungsbildung sich im Rahmen der Migrationen herausbilden. Die vorliegende Arbeit wird daher in einen biographietheoretischen Rahmen gestellt, wie im Folgenden ausgeführt wird. 2 Theoretische Konzepte zur Analyse biographischer Bedeutungen von Migration Im vorangegangenen Kapitel zeigte sich, dass Ansätze zu transnationaler Migration im Wesentlichen strukturelle Rahmungen von Migrationsverläufen behandeln.

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