By Rolf-Torsten Kramer

Seit den PISA-Studien wird die Problematik der Bildungsungleichheit so intensiv wie nie beforscht und diskutiert: dennoch bleiben große Erklärungslücken. was once sind die Mechanismen der Herstellung der Bildungsungleichheit? Diese Frage wird aktuell besonders über rational-choice-Modelle zum elterlichen Entscheidungsverhalten zu beantworten versucht. Eher selten finden sich Bezüge auf Pierre Bourdieu, der dazu überzeugende Thesen bereits Anfang der 1970er Jahre vorgelegt hat. Der Band versucht an dieses Erbe für die empirische Bildungsforschung wieder anzuschließen. Dazu werden Rezeptionslinien und theoretische Konzepte Bourdieus aufgearbeitet und deren Aufnahme in der aktuellen Bildungsforschung diskutiert. Über einzelne Studien und eigene empirische Analysen wird das Potenzial der Bourdieuschen Thesen untermauert und ein erweitertes Forschungsprogramm skizziert.

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In diesem Kapitel wird zu zeigen sein, welcher Art diese Verbindung von strukturalistischen und konstruktivistischen Perspektiven ist. Dabei sollen zugleich einige der zentralen Kritikpunkte – die gegenüber Bourdieu immer wieder formuliert wurden – in Bezug auf die Habituskonzeption diskutiert werden. , S. 98; Kursivsetzung im Original). Diese Praxis ist eine historische Praxis mit gewissermaßen zwei Seiten – „den objektivierten und einverleibten Ergebnissen der historischen Praxis“ bzw. , S. 43 42 43 An dieser Stelle muss eine Unschärfe dieser Bestimmungen markiert werden, die in der Verwendung von „objektiviert“ und seiner Gegenstellung zu den einverleibten Strukturen liegen kann.

Bourdieus Studie „Die feinen Unterschiede“ zu unterschiedlichen und unterscheidbaren Geschmacks- und Konsumstilen ist voll von Belegen für diesen symbolischen Kampf, der geführt wird „vermittels der unterschiedlichen Weisen, positive oder negative Urteile zu fällen“ (Bourdieu 1995, S. 19; vgl. auch Bourdieu 1999). “ (Bourdieu 1998, S. ) und Perspektive bedingt (vgl. 2). In den Wahrnehmungsweisen und Praktiken, die vermittelt über den Habitus an die jeweilige soziale Position angepasst sind, wird der symbolische Kampf demnach unablässig geführt.

317) Allerdings bleiben solche Bezüge in der Bildungsforschung auf Bourdieu eher vereinzelt und bilden die Ausnahme (z. B. Egger/Pfeuffer/Schultheis 1996). In den folgenden beiden Kapiteln soll deshalb geprüft werden, ob – und wenn ja wie – eine Anknüpfung an Bourdieu in der aktuellen empirischen Bildungsforschung vorliegt und wie diese Aufnahme Bourdieu’scher Perspektiven in der Lage ist, auf die Frage nach der Entstehung der Bildungsungleichheit Antworten zu liefern. 25 Genau dieses einzelne Herausgreifen und dieses fragmentarische Bezugnehmen auf Bourdieu ist auch für die bundesdeutsche Bildungsforschung (besonders für die (quantitative) empirische Bildungsforschung) zu kritisieren (vgl.

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